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Die Ruinen des Klosters van Haal

Das Kloster war einst der Zufluchtsort der Baronin Vana und wurde damals noch als Palast von van Haal, nach der gleichnamigen Insel, bezeichnet. Diese wunderschöne und verschlagene Frau lebte dort viele Jahre lang und manch einer behauptete, sie sähe auch nach Jahrzehnten immer noch genauso schön aus, wie eh und je. Alle jungen Adligen des Reiches lagen ihr zu Füßen, doch sie spielte nur mit ihnen, denn die Wahrheit war weitaus schlimmer.

Die Baronin lebte bereits seit über zweihundert Jahren nicht mehr. Sie war an dem Tag gestorben, als Kàlnavar der Grausame sie zum Vampir gemacht hatte. Nur durch einen Zufall kam diese schreckliche Wahrheit ans Licht, als ein übereifriger junger Adliger, der nächtens ihr Gemach geteilt hatte, am nächsten Morgen mit seiner Liebsten den Sonnenaufgang betrachten wollte und die schweren Samtvorhänge ihres Gemachs aufzog.

Die Baronin Vana konnte sich nur knapp in die finstere Sicherheit ihrer Kellergewölbe retten und tötete den jungen Adligen samt seiner Dienerschaft in der folgenden Nacht. Zu ihrem Unglück, konnte einer der Wachen des jungen Adligen entkommen und berichtete alles was sich zugetragen hatte und was die Baronin wirklich war. Man mag es als Wink des Schicksals sehen, dass der Vater des jungen Adligen nicht etwa irgendein niederer Grenzadliger war, sondern Tyberius Sturmfels, ein General der Reichsgarde Valkensteins.

Erfüllt von rasendem Zorn, führte er persönlich eine Streitmacht der Reichsgarde zum Schloss van Haal und vernichtete alles und jeden, der sich ihnen entgegenstellte. Auch die hereinbrechende Nacht und ihre untoten Diener konnten Vana nicht mehr retten. Sie wurde gefasst und mit silbernen Nägeln an ein Kreuz geschlagen. Dann stellte man sie für Stunden inmitten ihres eigenen Palasts zur Schau, bis man in den ersten Morgenstunden ihr verzweifeltes, wahnsinniges Wehklagen hören konnte, als die aufgehende Sonne ihren Leib zerfraß.

General Sturmfels soll der Legende nach, die gesamte Zeit regungslos und mit starrem Blick, vor ihr gesessen haben, um persönlich ihr Dahinscheiden mitzuerleben. Als die vermeintliche Baronin Vana nur noch ein verkohlter Leichnam war, der sich schnell zu Asche verwandelte, steckte die Reichsgarde das gesamte Kloster in Brand und verschwand genau so plötzlich wieder, wie sie erschienen war. Seit diesen Tagen, nennt man die Insel deshalb auch: Die verbrannte Insel.

Heutzutage ist der Palast nichts weiter als eine geschwärzte Ruine und wird als Zufluchtsstätte für all die Irren und Wahnsinnigen genutzt, die in den Grenzen des Reichs aufgegriffen werden. Einige Mönche der Bruderschaft des Schweigens, einer Splittergruppe der Tormentor-Kirche, haben hier ihr Kloster errichtet und kümmern sich um die Wahnsinnigen auf der Insel und versuchen ihnen ihren Weg in die nächste Welt so einfach und würdevoll wie möglich zu gestalten.

Der einzige Zugang zur Insel ist die Brücke der Seelen, deren Tore normalerweise geschlossen sind und die von Gardisten aus Greifstedt rund um die Uhr bewacht wird.