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Das Zeitalter des Neubeginns

„Die erste gesicherte Valkensteiner Geschichtsschreibung beginnt vor 540 Jahren (gem. engonischer Zeitrechnung 283 v.J.) als aus den südlichen Gefilden von jenseits des Weltensees einige Dutzend Schiffe aus dem Nekanischen Imperium an der Südküste Valkensteins anlandeten. Einige von ihnen zerbarsten an den Klippen dieses lebensfeindlichen Landes, doch die Überlebenden wurden mit jedem verlorenen Schiff, jedem verlorenen Leben nur umso zielstrebiger das neu entdeckte Land zu unterwerfen. Die Nekaner hatten jedoch weitergehende Pläne mit diesem eisigen Land im hohen Norden, denn als die Laderäume der Schiffe geöffnet wurden, strömten Reihe um Reihe in Ketten gelegter Männer und Frauen daraus hervor. Valkenstein sollte keine einfache Siedlung sein, sondern ein Gefängnis, in das all jene unliebsamen Personen deportiert würden, die das Nekanische Kaiserreich loszuwerden gedachte, gleich ob es sich um politische Agitatoren, abgebrühte Mörder oder der Feigheit bezichtigte Deserteure handelte.

Schon bald hatten sie aus den mitgebrachten Materialien einen ersten Gefängnisbau an den Ausläufern des Steyk errichtet, dort wo der große Strom ins Meer mündete. Hier verblieben sie und schickten nur einige wenige Expeditionen über die gefährlichen Felspässe in Richtung Norden. Weitere Gefangenentransporte trafen in Valkenstein ein und schon bald waren die Kapazitäten des Gefängnisses überlastet. Die Nekanischen Soldaten, die hier ihren Dienst versahen baten die Kommandantur darum die Lage nicht noch weiter zu verschärfen, doch diese ließen mehr und mehr Gefangene gen Norden verschiffen. So kam es dann letztlich wie es kommen musste, die Gefangenen probten den Aufstand und der größte Teil ihrer unterversorgten und frustrierten Wärter schloss sich ihnen nach geringem Zögern an. In Neka ahnte niemand von dem Aufstand, so dass weiterhin Schiffsladung für Schiffsladung Gefangener nach Valkenstein deportiert wurden. Mittlerweile hatte sich eine Form von Hierarchie unter den einstigen Verbrechern herausgebildet, die nun eine aufstrebende Siedlung zu verwalten hatten und hierbei bemerkenswerte Talente an den Tag legten. Als die offiziellen Stellen des Nekanischen Imperiums die Lage erfassten, war es bereits zu spät. Die ehemaligen Gefangenen hatten sich zu wehrhaften Siedlern entwickelt.

Einige Jahre später entsendeten die Siedler unter dem drohenden Schatten eines nekanischen Angriffs vermehrt Expeditionen ins Landesinnere. Diese berichteten von den Spuren älterer Zivilisationen, die jenseits der nördlichen Felsen gefunden wurden. Nur wenige Monate danach trafen die Siedler erstmals auf die Barbarenstämme, die im Herzen Valkensteins lebten und in oder um die Ruinen älterer Städte hausten. Die ersten Begegnungen zwischen den Menschen verliefen äußerst blutig, da jedes Missverständnis unweigerlich zu einer Eskalation führte.

Die Mythen und Sagen aus dieser Zeit sprechen jedoch davon, dass einer der Siedler, ein Mann namens Hyronimus Jewgeni Starkarm, ein ehemaliger Waibel der Nekanischen Armee, den Anführer eines mächtigen Stammes mit List und Tücke im Zweikampf besiegte. Als es jedoch an ihm war den Kampf zu Ende zu bringen und das Leben des Besiegten zu nehmen, verweigerte er dies. Und während er sich noch voller Hoffnung in Richtung der versammelten Menge wandte, stieß ihm das unterlegene Stammesoberhaupt sein Jagdmesser durch den Rücken direkt ins Herz. Hyronimus war sofort tot, doch bevor der Stammesführer sich seiner feigen Tat rühmen konnte traten die anderen Krieger der Siedlung vor und setzten ihn fest.

Die Schilderungen über seine bald folgende Hinrichtung sind äußerst bunt, kreativ und breit gefächert, weswegen Wir die Details Euch, dem werten Leser, an dieser Stelle vorenthalten möchten. Nach diesem Opfer willigte das neue Oberhaupt des Stammes in einen Friedenspakt mit den Siedlern ein und schon bald folgten ihm weitere Stämme, bis dass schließlich jeder Barbarenstamm mit den „kleinen Menschen von der Küste“ Handel trieb oder ausgelöscht worden war. Schon bald vermischten sich die Menschen der ursprünglichen Stämme immer mehr mit jenen der nekanischen Einwanderer. Städte gründeten sich, Herrschaftsbereiche wurden abgesteckt und Handelswege erschlossen.

Als die Nekanische Strafexpedition Jahre später anlandete, hatte sie einen Haufen verwaister Krimineller erwartet, doch trafen sie auf einen gut organisierten Widerstand, so dass der Kommandant der Flotte schon bald wieder in Richtung Neka in See stach, gefesselt an den Mast seines eigenen Schiffes und begleitet von den fünfzehn überlebenden Soldaten, die ihm als Geleit zugesprochen wurden. Seitdem ist kein Nekanisches Schiff mehr in Valkenstein gesichtet worden.“


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