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Von der Belagerung Fanadas

 

Am dritten Tag der Belagerung Fanadas, tief im Süden Engoniens…

Gerade schoben sich die ersten Sonnenstrahlen über das Firmament und tauchten die Kulisse der drohenden Schlacht einmal mehr in ihr warmes, blutrotes Licht. Die müden, doch ungebrochenen Verteidiger auf den Mauern starrten mit entschlossenem Blick dem feindlichen Heerlager entgegen, darauf wartend, dass sie wieder einmal den Weckruf des Lupus mit Pauken und Trompeten vernehmen würden.

Doch nichts geschah. Die Minuten vergingen und eine Mischung aus Sorge und Zuversicht machte sich bei den Verteidigern breit. Dann war plötzlich Lärm aus dem Lager des Lupus Umbra zu vernehmen der bis zu den Mauern Fanadas drang. Wiehernde Pferde und das wütende Lärmen von Soldaten, die scheinbar verwirrt umher stolperten und nach ihren Getreuen riefen.

Kurz darauf loderten überall im Heerlager große Flammenherde auf, die Mensch und Tier, Nachschub und Materialien zu verzehren begannen. Die Verteidiger auf den Mauern trauten ihren Augen nicht, als das Lager des Lupus für einige Zeit in hoffnungsloses Chaos gestürzt wurde. Die Flammen frassen sich derweil voran und erst nachdem ein Drittel des Lagers zu Asche geworden war, gelang es einigen Veteranen endlich die Ordnung in ihren Reihen wiederherzustellen. An einen koordinierten Angriff war in den nächsten Stunden jedoch nicht zu denken.

Dann, als der Rauch und die Flammen sich langsam verzogen, brach erneut Tumult aus, dieses Mal jedoch inmitten des Lagers nahe der Zelte des Wolfslords und seiner Berater.

Dort wo die letzten Tage über die Standarte der stolzen Fanada-Veteranen, das Ordensbanner des Lupus Umbra und das persönliche Wappentuch des Wolfslords hingen, erhoben sich nun neue Banner, Banner in solcherlei Farben welche die tapferen Verteidiger auf den Mauern zu lautem Jubel veranlassten, der von Mann zu Mann, Frau zu Frau weitergetragen wurde bis die ganze Stadt die Neuigkeiten vernommen hatte.

Dort, direkt vor den Zelten des Wolfslords und seiner Getreuen hingen zu ihrer grenzenlosen Demütigung das Banner des engonischen Widerstands, der weiße Pegasus auf gelb-blauem Grund, direkt neben der schwarz-weißen Standarte ihrer Valkensteinschen Verbündeten!

Doch was die Kämpfer des Lupus noch mehr erzürnte und zugleich schockierte, war der Leichnam des Wachhabenden Offiziers, eines engen Getreuen des Wolfslords und ein erfahrener Veteran aus den Kämpfen um Caer Conway, dessen ausgebluteter Leichnam die mittlere Bannerstange zierte. Seine toten Hände umklammerten noch immer ein Schild, dass man ihm um den Hals gehangen hatte. Auf dem Schild prangte in großen Lettern der Satz: „Überall und Jederzeit!“